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Rauchen und Rheuma

Auch die Behandlung ist weniger effektiv

Schon länger ist bekannt, dass Raucher ein erhöhtes Risiko haben, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Zwei aktuell beim Kongress der amerikanischen Rheumatologen vorgestellte Studien zeigen nun, dass die Therapie auch weniger gut anschlägt.

Die Befunde entstammen einer Bevölkerungsbefragung aus Schweden aus den Jahren 1991 und 1996. Insgesamt 172 der im Durchschnitt 63 Jahre alten und überwiegend weiblichen Studienteilnehmer hatten eine rheumatoide Arthritis (RA) entwickelt. Die aktiven Raucher waren deutlich häufiger betroffen. Aber auch Rauchen in der Vorgeschichte scheint sich negativ auszuwirken. Denn bei Ex-Rauchern waren deutlich häufiger sog. anti-CCP-Antikörper nachzuweisen, die hochspezifisch für eine RA sind, was nach Meinung der Mediziner aus Malmö darauf hinweist, dass sich durch Rauchen eine Prädisposition des Immunsystems für eine RA entwickelt.

Dieselbe Gruppe untersuchte zudem, wie sich Rauchen auf die Therapie von 1756 Patienten mit RA auswirkte. Auch da gibt es schlechte Nachrichten für Raucher, denn das Ansprechen auf Methotrexat oder TNF alpha-Blocker ist deutlich schlechter. Drei Monate nach Therapiebeginn hatten 40 Prozent der Raucher gegenüber 28 Prozent der Nicht-Raucher nicht auf Methotrexat angesprochen. Auf einen TNF alpha-Blocker sprachen 40 gegenüber 25 Prozent nicht an. Während für Methotrexat kein Zusammenhang mit der Gesamtmenge der gerauchten Zigaretten nachzuweisen war, gab es eine Dosis-Nichtwirkungs-Beziehung für die TNF alpha-Blocker. Wer raucht, riskiert daher nicht nur ein Therapieversagen unter der üblichen First-Line-Therapie („Mittel der ersten Wahl“), sondern auch unter der meist hocheffektiven Second-Line-Therapie.

Auch eine chronische Zahnfleischentzündung leistet einer RA Vorschub, wie eine weitere Studie ergab. Kommt eine Peridontitis mit einem Faible für Zigaretten zusammen, spricht vieles für einen schwereren Verlauf der RA.


Quelle: ACR 2009, Abstracts Turesson C. et al. (No 1162), Saevarsdottir S. et al. (No 635) und Molitor J. et al. (No 1160)
Autor: Dr. Wiebke Kathmann
Stand: Nov 17, 2009


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